Notizen zu den Ermittlungen gegen Julian Assange

Nachdem die Defma-Linke unfähig oder unwillig war, sich zu öffentlichen Diskussionen a la Marco/Türkei oder Kachelmann zu positionieren und ihre – innerhalb der Szene sehr überzeugt vorgetragenen Ansichten – im gesellschaftlichen Aufmerksamkeitsfenster unterzubringen, sei hier im Fall Wikileaks/Assange auf einen brauchbaren Text hingewiesen.

Konsequenterweise kommt er aus einer anderen Ecke, nämlich dem US-Feminismus. Er ist sehr erhellend, was die Spezifika des Falles „Assange“ und die Konsens/Rape-Debatte im Allgemeinen betrifft:

http://www.feministe.us/blog/archives/2010/12/06/some-thoughts-on-sex-by-surprise/

Ein interessanter Artikel zum selben Anlass (Tenor: „Extradite all the rapists you can find, Interpol. Do it right now. Go for it.“):

http://www.blogher.com/feminists-fighting-wikileaks

Einige persönliche Überlegungen zur derzeitigen Praxis und ein paar Vorschläge zu einem anderen Umgang

Danke an Arlova für diesen weiteren Beitrag!

Über die Autorin:
Arlova ist Fiktion, gespeist aus Trauer, Wut und dem Wunsch nach dem schönen Leben für alle. Eingesponnen in Macht und Ideologie will sie den Schleier zerreißen und Perspektiven finden. Arlova versteht sich nicht als antifeministisch sondern will solidarische Kritik üben.

Vorwort: Wie legitim ist Kritik?

Vielleicht sollte vorausgeschickt werden, das die folgenden Worte teilweise persönliche Überlegungen und Erfahrungen sind – vielleicht findet der Text ja Anschluss an das persönliche Erleben der einen oder des anderen. Wenn nicht, auch gut.

Wenn wir schon bei Kontext sind: Das ganze bezieht sich auf die „Schwierigen Definitionsmachtfälle“ und nicht auf klare und massive Übergriffe. „Schwierig“ deshalb weil es Fälle sind in denen unklar ist ob so etwas wie „Schuld“ existiert, und weil sie Fragen aufwerfen wie weit Menschen für die Gefühle anderer verantwortlich sind. Weil es Fälle sind, in denen Menschen das Vorgehen anderer nicht mehr mittragen können, weil das politisch/ideologische Konstrukt nicht mehr mit den eigenen Gefühlen und Gedanken zusammengeht – die Welt ist nicht schwarz/weiß und wir haben eine Meinung.

Wir glauben, dass ein anderer, weniger schädigender, Umgang miteinander möglich ist – sogar notwendig ist um Angst zu beseitigen und Sicherheit zu geben. (mehr…)

Die Transformation-Broschüre…

… lässt sich endlich gedruckt bestellen. Der Transformative-Hilfe-Blog weist schon darauf hin: In dem „Zusammenschluß ehemaliger diy-Projekte“ syntax666 lässt sich ein Exemplar für zweizwanzig mailordern. Gute Initiative !

http://www.syntax666.de/newsletter/shownum.php?shownum=10239

Sonst gibts weiterhin die Möglichkeit den hier schon mehrfach gelobten Text als pdf runterzuladen und selbst auszudrucken oder am Rechner zu lesen.

Versuch einer Antwort auf „Täterumgang in linken Strukturen?“

Wir freuen uns über diesen neuen Gastbeitrag!

Über die Autorin:
Arlova ist Fiktion, die Umstände über die sie schreibt nicht. Es geht hier nicht nur um Theorie, sondern auch um eine soziale Praxis. Sie spricht hier nicht über Einzelfälle, sondern über eine erstaunlich monotone Praxis, die immer wieder der gleichen ideologischen Konzeption entspringt.

Seit Jahrzehnten beschäftigt „die Linke“ der Umgang mit Sexismus und Grenzverletzungen. Ein Konzept, das dabei immer wieder zur Geltung gebracht wird ist die sogenannte „Definitionsmacht“ die (grob und verkürzt) fordert, dass die Frau deren Grenzen überschritten wurden jegliche Forderungen gegen den Mann ohne Rechtfertigung erheben kann, die dann auch von der gesamten Gruppe/Szene ohne weitere Diskussion mitgetragen werden sollen.

Erstaunlich viel wird im Netz und in der Kneipe über Definitionsmacht diskutiert – das Thema ist in den letzten Jahren ein Dauerbrenner geworden und Anlass für Spaltungen und Ausschlüsse. (mehr…)

Konferenz „Antisexistische Praxen III“ 3-5. Juli in Berlin

Es sei hier wenigstens in Kürze hingewiesen auf die Konferenz „Antisexistische Praxen III“, die Anfang Juli in Berlin im Mehringhof, Gneisenaustraße 2a stattfindet.
Das Programm der Tage macht einen sehr positiven und konstruktiven Eindruck, es geht unter anderem um (Re-) Traumatisierung und mögliche Umgängen, um sexualisierte Gewalt in FLT-Kontexten, ganz praktischen Trainings zum Umgang mit Sexismus und es gibt eine Vorstellung des Infoladenprojektes faq. Es gibt noch eine Reihe weiterer Workshops, für alles weitere schaut euch das Programm genauer an – und falls ihr hingeht: Es wäre sicherlich schön den ein oder anderen Erfahrunsbericht online lesen zu können, hier auf diesem Blog oder woanders – unabhängig davon wie lang und ob es nur um einzelne Workshops oder die ganze Konferenz geht.

Hinweis auf neuen Blog

gute Neuigkeiten:
Der hier bereits lobend erwähnte englische Text „thoughts about community support around intimate violence“ ist auf deutsch übersetzt worden. Ein „Berliner Übersetzungsteam“ hat das Ergebnis nicht nur als Papierbroschüre veröffentlicht, sondern den Kram auch im Netz zugänglich gemacht:
transformation.blogsport.de

Auf jeden Fall zu empfehlen!

Hinweis zu einer Veranstaltung

www.antisexist-perspectives.so36.net

mit Dank für den Hinweis an basil!

Das hier ist die Einladung für die, in der Shoutbox bereits erwähnte, Konferenz vom
12. – 13. Juli 2008 im Mehringhof in Berlin(Gneisenaustr 2a , 10961 Berlin)
Soweit ich das sehe hat GAP da letztes Jahr einen workshop gehalten…
Aber für diejenigen die direkt diskutieren wollen sicher eine Gelegenheit.

Kurzer Kommentar von Lisa und Werner zu den Reaktionen „einiger Antisexist_innen“ in der Interim:

1. Wir haben diesen Text nicht an die Interim geschickt. Er ist für den Blog kritikderpraxis.blogsport.de geschrieben worden, wo er in einem einem anderen Kontext (nämlich eingebettet in die Blogdiskussion) auch schon länger zu lesen ist.

2. Es wurde nicht über konkrete Fälle gequatscht, es wurde eine autoritäre Praxis kritisiert.

3. Warum man sich mit dieser Kritik nicht (mehr) direkt an die Verantwortlichen wendet, wird – wenn man den Artikel versucht zu verstehen – eigentlich klar.

4. Peinlich, wenn man sich hinter Betroffenen verstecken muss und nicht zu einem reflektierten Umgang mit eigenen Fehlern und mit Kritik in der Lage ist.

In der Hoffnung und der Überzeugung, dass ein besserer „Opferschutz“ (Interimredaktion) bzw. Betroffenenunterstützung, die wir für sehr wichtig halten (aber nicht Inhalt dieses Artikels waren) möglich sind.
Lisa und Werner.

Wie man Männerbünde stärkt – Antisexismus in der Sackgasse

Wir freuen uns über den neusten Gastbeitrag von Grobi

In der antisexistischen Praxis wird mit Nachdruck und aus guten Gründen eine bewusste und unbewusste Männersolidarität kritisiert. Ihre Wurzeln liegen im mangelnden Hinterfragen der eigenen privilegierten Position und der unbewussten Weigerung der Männer, sich mit der eigenen Geschlechterrolle zu beschäftigen. Ihre Folgen sind fehlende Empathie für Opfer von Übergriffen, Bagatellisierungen, oft auch folgenlose Lippenbekenntnisse gefolgt von der Weigerung, am eigenen Verhalten irgendwie zu rütteln.

Antisexistische Praxis soll und kann diesen Tendenzen entgegenwirken, Männer dazu bringen ihre Position und ihr Verhalten zu überprüfen und zu ändern. Die Frage ist jedoch, wie macht sie das? Gemäß dem Titel dieses Forums „Kritik der Praxis“ wird hier die These aufgestellt, dass die gegenwärtig in der Linken dominierende Praxis die Männerbünde keineswegs erfolgreich bekämpft, sondern in Teilen sogar verstärkt. Gewisse Verfahrensweisen im Umgang mit Sexismus erleichtern es Männern geradezu, sich vom Antisexismus zu distanzieren und in Verkennung der Verhältnisse in einer Opferrolle einzurichten.

Eingebaute Verurteilung
(mehr…)

Autoritäre Kackscheisse

Autoritäre Kackscheisse von Lisa und Werner

Einige Verfahrensweisen bzw. Verhaltensweisen sind zumindest in der Berliner Linken nicht unbekannt, auch wenn man sich darüber meist nur zögerlich austauscht. Hier ein Versuch – jenseits von Text- und Theorieanalysen – einigen konkreten Handlungen der „antisexistischen Praxis“ mal einen Namen zu geben. Zumeist richten sich die unten skizzierten Maßnahmen gegen Leute, denen Grenzverletzung in verschiedenen Schweregraden vorgeworfen wird oder gegen solche, die der Meinung oder den Ansagen oder der Praxis der agierenden Gruppe widersprechen:

- Vorladungen: (mehr…)

Definitionsrecht in Reddelich

Von Friedrich Jaschke, endlich der erste Gastbeitrag:

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Zur Selbstdarstellung der awareness group in Reddelich:
http://www.jpberlin.de/badespasz/presse/wp/?p=7448
hier findet sich auch das ca. 13-minütige Interwiew, auf das sich der Beitrag bezieht.
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Definitionsrecht in Reddelich

Auch auf dem G8 Protesten 2007 gab es eine „antisexist contact &
awareness group“, die ihren Standort auf dem Camp in Reddelich hatte.
Eine wichtige Einrichtung, kümmerte sich das Team doch sowohl um
konkrete Vorfälle von sexualisierter Gewalt und Übergriffen, als auch um
allgemeine Phänomene wie etwa männlich-dominantem Redeverhalten, mit dem
wir in linken Zusammenhängen immer wieder zu kämpfen haben.

Auch hier jedoch bediente man sich des problematischen Konzeptes des
unbedingten Definitionsrechts, was auf dem Camp zu einigem Streß und
Irritationen führte. (mehr…)

Überarbeitete Linkliste!

Wir haben kontinuierlich versucht, unsere Linkliste zu erweitern und in den letzten Tagen noch einmal ein paar Einträge hinzugefügt. Wir hoffen nun allmählich eine Übersicht bieten zu können, was auf dem Gebiet alles schriftlich im Netz zu finden ist. Sicherlich ist uns auch einiges entgangen und wir möchten euch darum bitten uns per Kommentarfunktion mitzuteilen, was fehlt.
(mehr…)

GZSZ: Gute Zitate, schlechte Zitate …

Von Zeit zu Zeit werden wir hier ein paar Zitate posten. Sie stammen entweder aus Texten zum Thema und bringen etwas auf den Punkt oder werden von uns einfach auf das Thema bezogen. Zu der zweiten Kategorie gehört unzweifelhaft das erste Zitat:

Zugeschrieben wird es Paul Watzlawick, scheint aber auch als chinesisches Sprichwort betrachtet zu werden. Gesehen im Berliner Fenster (diesem nervtötenden U-Bahn-Fernsehen).

„Wer als Werkzeug nur einen Hammer hat, sieht in jedem Problem einen Nagel.“

Zur wundersamen Welt von GAP III.II

Der Täter – zweiter Teil: (Zitate entstammen immer noch dem „Was tun wenn….“ -Text)

Sexismus stellt wie Rassismus oder Kapitalismus eine größere gesellschaftliche Struktur dar, ein Verhältnis, aus dem ein
“Ausstieg” durch einen Willensakt oder eine Absichtserklärung nicht einfach möglich ist. Wir alle sind Teil sexistischer Strukturen: Unser alltägliches Verhalten, unsere
Geschlechtsidentität, unsere Gefühle und Körper sind Teil und Ergebnis dieser Strukturen und reproduzieren sie gleichzeitig.
Insofern wäre es vielleicht besser zu sagen, dass es keine Antisexist_innen gibt, sondern nur antisexistisches Handeln.

In diesem Punkt stimme ich mit GAP überein, nur muss diese Erkenntnis dann nicht auch berücksichtigt werden?

…die Übertragungsleistung, unsere eigene Sexualität zum Thema zu machen und die eigene Normalität zu hinterfragen, ist meist die Hürde, an der die antisexistischen Ansprüche
scheitern. Darin unterscheidet sich die Linke nicht sonderlich vom Rest der Gesellschaft:
Wer hat schon Bock über sich, gute Freunde oder Genossen als Vergewaltiger nachzudenken? Und darüber hinaus auch seine eigene Sexualität als eine gewaltförmig strukturierte zu denken, ist wohl auch nicht einfach. Aber wie ist es möglich, dass die Realität sexueller Gewalt so konstant geleugnet
werden kann? Eine Antwort darauf sind die „Vergewaltigungsmythen“ – die weit verbreiteten Bilder und Vorstellungen von sexueller Gewalt, die dazu dienen, das
Thema von sich selbst und vom direkten Umfeld wegzuschieben, zu leugnen und zu bagatellisieren.

Sexistische Strukturen als Täter-Ressourcen

Die meisten Vergewaltigungsmythen beziehen sich auf Frauen als Opfer sexueller Gewalt und ihr Verhalten. Sie definieren
bestimmte Akte sexueller Gewalt als (noch)im Rahmen der Normalität, beziehen sich auf die Glaubwürdigkeit der Opfer, die in Frage gestellt wird, und auf ihr Verhalten in der Situation, das bewertet und kritisiert wird. Der zentrale Mythos im Bezug auf Täter ist die Wahrnehmung des Täters als
“Anderen”, als das Unnormale, Gestörte oder Kranke. Ein zentrales Moment ist hierbei die Vorstellung eines sexuellen Triebes, der durch die Frau provoziert würde und vom Täter nicht zu kontrollieren sei. Eigentlich steht hinter solchen Argumenten das strukturell rassistische Bild des Fremdtäters,
der die schreiende Frau gegen ihren körperlichen Widerstand vergewaltigt. Ein weiterer Mythos ist der sich in einer Ausnahmesituation befindende Täter (völlig besoffen, Beziehungsstress, etc.).

Hier kommt der Text in einem Atemzug von unserer eigenen Sexualität zum befreundeten Vergewaltiger, ich gehe das mal ein bisschen langsamer an:

1)Hier wird behauptet die Unfähigkeit, die eigene Sexualität zu thematisieren, wäre meist das Problem das antisexistisches Handeln verhindert. Nun ist unsere sexuelle Identität von dieser Gesellschaft geprägt, entspricht somit also nicht den „antisexistischen Standards“. Nun hatte ich vor meiner „Auseinandersetzung“ mit der Theorie der antisexistischen Praxis a la GAP keine Probleme relativ frei mit Menschen meiner Umgebung über Neigungen, Lust und Praktiken zu reden. Hier wird mir nun erklärt, dass meine Sexualität gewaltförmig strukturiert sei und ich meine „Normalität“ hinterfragen muss. (mehr…)

Zur wundersamen Welt von GAP III.I – Der Täter!

An zweiter Stelle steht laut GAP die generelle Politisierung…

„Erst an dritter Stelle steht die „Täterveränderung“:Die Konfrontation des Täters, um auf Grundlage von Reflexion und Einsicht eine Veränderung auf subjektiver und praktischer Ebene zu erzielen. Auf dieser Grundlage kann über seine Reaktivierung in der Linken nachgedacht werden. Der konfrontative Charakter ist zu betonen, da nur so eine Veränderung des Täters möglich ist.“

Soweit die Selbstdarstellung, leider ist diese nicht als Volltext im Netz zu finden, dafür aber der sehr viel umfangreichere Text: „Was tun wenn`s brännt?“.

Hier wird GAP dann auch etwas konkreter hinsichtlich ihrer Täterüberlegungen:

„In diesem Text geht es uns darum, Grundlagen für eine antisexistische Praxis vorzustellen und schnell Handlungsperspektiven zu eröffnen, wenn ihr in der Situation seid, dass in eurem Umfeld ein Übergriff oder eine Vergewaltigung stattgefunden hat.“

Also GAP geht mit ihrer „Theorie“ an die Öffentlichkeit, um diese Theorie anderen Menschen als „Handlungsperspektive“ vorzuschlagen. Sie hält ihre Praxis für so gelungen und Beispiel gebend, dass diese als Theorie von anderen Linken übernommen oder zumindest als richtig anerkannt werden soll. Diesen missionarischen Charakter möchte ich hervorheben, um klar zu machen warum ich mich mit GAP beschäftige. Nicht nur weil ich diese als Gruppe bedenklich finde, sondern weil ich glaube, dass die „Linke“ mehr verspielt als gewinnt, wenn sie so einer Ideologie nichts entgegensetzt.

Hier möchte ich die Formulierung „ein Übergriff oder eine Vergewaltigung“ hervorheben!
Denn die ganze Logik, die aufgebaut wird, lebt zum Teil erheblich davon, dass sie es schafft, Bilder und Reflexe zu aktivieren, indem sie beständig mit dem Begriff der Vergewaltigung arbeitet. Dieser wird gemäß der Definitionsmacht benutzt. Wenn aber eine Tat von der Betroffenen nicht als Vergewaltigung definiert wurde, sondern als Übergriff, wird dies zwar benannt, aber im Umgang wird kein Unterschied zwischen einem Übergriff und einer Vergewaltigung gemacht. Diese undifferenzierte Formulierung ermöglicht es aber erst Unterstützung ohne Nachfragen zu bekommen für die drastischen Forderungen, wie den totalen Ausschluss aus der linken Szene . Wäre der „Konsens“ bei solchen Bestrafungen ähnlich hoch, wenn die Art und Weise des übergriffigen Verhaltens thematisiert werden dürfte?
Ich zumindest mag es gar nicht, wenn ich das Gefühl habe, dass mein Abscheu und mein Entsetzen welches ich bei dem Wort Vergewaltigung empfinde instrumentalisiert wird, um eine solche fragwürdige Praxis zu stärken!

Im Sinne der Verhinderung ewig langer Texte, Fortsetzung folgt…

Die wundersame Welt von GAP II

1. Die Selbstdarstellung – zweiter Teil:

„Diese Definitionsmacht ist in diesen Kontext aber nicht als statisches Urteil zu verstehen, sondern ist ein langsamer Entdeckungsprozess der Bedürfnisse der betroffenen Person. Am wichtigsten ist dabei die Etablierung einer Bezugsgruppe für die betroffene Person, die sie dabei unterstützt, zu definieren, was passiert ist, Bedürfnisse zu entwickeln, zu artikulieren und deren Erfüllung zu erkämpfen.“

(aus der Selbstdarstellung von GAP, ZAG 46)

Wenn eine Person sich betroffen fühlt, durch eine Handlung, verletzendes Verhalten oder…ist es gut und wichtig, wenn sie/er dies so empfinden kann und damit dann auch umgeht: Unterstützung einfordert, Hilfe sucht usw.
Ich finde es auch richtig, wenn die Umgebung der Person Hilfestellung leistet, z.B. sich das Erlebte bewusst und greifbar zu machen oder auch Schutzräume sichert.

Aber eine Bezugsgruppe a la GAP oder zusammengesetzt aus sog. antisexist_innen – derart wie ich sie schon in verschiedensten linken zusammenhängen oder auch auf indy hab pöbeln hören-, die dann der betroffenen Person definieren helfen was passiert ist, lässt mich genauso gruseln wie die Tatsache, dass diese Leute der Person „helfen“ „Bedürfnisse zu entwickeln“. Ob dies dann die Bedürfnisse der betroffenen Person oder die die vermeintlich „richtigen“ Bedürfnisse im Sinne des UK sind?
Denn bei aller Empathie und Verhaltensvorschlägen haben es die antisexistisch arbeitenden Gruppen, die hier thematisiert werden, noch nicht geschafft zu erklären, wie ein UK oder auch sie selbst es schaffen würden, ihre normativen Vorstellungen nicht auf betroffene Personen, mit denen sie arbeiten, zu übertragen.
Es gibt ja bei „intimate violence“ anders als bei dem „klassischen“ Vergewaltigungsbild (Mann fällt über Frau gewaltsam her) keinen klaren Indikator, wo eine Grenzverletzung anfängt, wobei und wann Absprachen erforderlich sind oder welche Art der Thematisierung von Sexualität akzeptabel ist. Und das gilt für alle Beteiligten, denn Bedürfnisse unterscheiden sich ja auch von Person zu Person. (mehr…)

Zur wundersamen Welt von GAP I.

1. Die Selbstdarstellung -erster Teil :

„Der Sexismus in der Linken, mit dem wir uns konfrontiert sehen, unterscheidet sich leider nicht wesentlich vom gesellschaftlichen Sexismus“ […]
Patriarchale Geschlechterbilder werden unhinterfragt reproduziert. Männerbündelei, Diskriminierung und sexuelle Gewalt in all ihren Erscheinungsformen, gepaart mit einem unerklärlichen Maß an Ignoranz diesen Zuständen gegenüber, sind –vor allem für Frauen- in linken Räumen und Gruppen eine Alltagserfahrung…“

In dieser Weise beschreibt GAP 2005 in der Zeitung ZAG (Nr. 46) die Zustände in der Linken. Ich möchte die Verhältnisse in der „Linken“ ja nicht glorifizieren, aber mit meinen persönlichen Eindrücken deckt sich diese Beschreibung kaum. Gerade in der Zeit, als ich mich noch nicht hauptsächlich in „linken“ Räumen aufgehalten habe, war ich immer wieder angetan von dieser “anderen Welt“ in der ich meine feministischen Ansichten nicht ständig verteidigen musste, von einer Atmosphäre in der ich Männer getroffen habe, vor denen ich mich nicht fachlich, wissenschaftlich, intellektuell… profilieren musste. Meine individuellen Eindrücke aus einer Frauen-Perspektive waren interessant und einige Männer konnten diese dann mit ihrer Perspektive vergleichen, so dass ich (wir) die Möglichkeit zu einem Austausch über gesellschaftlich konstruierten Unterschiede überhaupt erst hatte(n). Auch für mich hat sich dieses Bild mit den Jahren verändert, die Ansprüche wachsen, viele Ansprüche werden nicht umgesetzt…, aber wenn ich im Familienkreis bin, mich mit alten Schulfreund_innen treffe oder Szenen im Supermarkt miterlebe wird mir doch wieder bewusst, wie lieb mir viele der “linken“ Errungenschaften sind und wie wenig selbstverständlich der Versuch ist, vieles anders (besser) machen zu wollen.

Trotzdem (mehr…)

Selbstvergewisserung durch Ausschluss?

Ich glaube was sich besonders in den hier thematisierten Debatten und Praxen immer wieder offenbart ist nicht nur ein seltsames Verständnis von emanzipatorischen Feminismus, sondern auch eine generelle Schwäche unserer Szene:
Es können kaum Widersprüche ausgehalten werden, d.h. gegensätzliche Positionen werden nicht als gegensätzliche Positionen wahrgenommen, sondern als In-Frage-Stellen der ganzen Person, die kritisiert wird. (Mögliche Gründe mal hier außen vor gelassen)

Und wie kann man sich nun gegen eine solche (imaginierte) Infragestellung wehren? Am besten durch Disqualifikation des/derjenigen, die diese Kritik ausspricht. Und was passiert wenn man einen Dissens nicht aushält, wenn Genoss_Innen eine andere Meinung haben? Die Antwort: Man errichtet Dogmen!
Und so erkläre ich mir auch die Vehemenz der Defintionsmachtler_innen (wie einige antisexistische Gruppen) gegenüber Leuten, die Ihnen widersprechen und dann über die Täterunterstützer_innen-Schiene gebrandmarkt werden, frei nach der Logik, dass jeder Widerspruch dem (tatsächlichen oder vermeintlichen) Täter nütze. Wer sich also nicht zu einem solchen Dogma bekennt, wird aus dem Kreis der Linken definitorisch ausgeschlossen bzw. wird zum Selbstausschluss aufgefordert und so ist das Problem gelöst.
Solche Mechanismen gilt es ungeachtet der inhaltlichen Debatte zu thematisieren und abzuschaffen!!!

Eure Beiträge zur Kritik der Praxis!

Wir sind daran interessiert von euch Anregungen und Beiträge zu bekommen und hier aufzunehmen. Wenn ihr also eigene Erfahrungen, Thesen, Ideen oder sonstiges beitragen wollt: Her damit!
So haben wir uns das vorgestellt:
1. Achtet bitte dabei unbedingt auf die Anonymität anderer Menschen! Durch das was ihr hier schreibt sollen keinesfalls Menschen, die das nicht wollen, mit irgendwas in Verbindung gebracht werden.
2. Schreibt einfach hier unter dieser Rubrik euren Kommentar: Wir lassen alle Kommentare hier stehen und veröffentlichen dann den ein oder anderen Kommentar als Gast-Artikel
3. Wenn irgendetwas oder eine Antwort was länger dauert – das kann passieren.

Definitionsmacht, Schalalalalaa? – Kommentare zum Umgang mit Kritik(er_innen)

Als „Definitionsmachtgegner_in“ in Sinne des Textes „when my anger starts to cry…, möchte ich an dieser Stelle einfach ein paar Auszüge dieses Textes diskutieren. In diesen Textteilen wird aus Perspektive der Definitionsmachtbefürworter_innen auf einige Gegenargumente eingegangen. Es lohnt sich den ganzen Text zu lesen, um sich mit der Argumentationsweise vertraut zu machen. Die praktischen Konsequenzen aus dieser „Logik“ erschließen sich allerdings wohl oft erst, wenn mensch diese in der gesamten Absurdität miterleben durfte. (mehr…)

Vorschläge für einen besseren Umgang

Hier ein schicker Text, der uns empfohlen wurde: „thoughts about community support around intimate violence“ ist der Titel dieses auch als Broschüre (zine) erhältlichen Textes.
Im Netz mal gar nicht leicht zu finden aber hier haben wir ihn als pdf aufgetan (in der Kategorie „Emotional Health, Relationships and Community“) und hier lässt er sich als zine einfliegen (2 Dollares). Ausserdem haben wir ihn auch hier online gestellt. Kleiner Nachteil: er ist auf Englisch – leider war für uns die Herkunft, also wo dieser Text geschrieben wurde, nicht auszumachen. Sollte ihn jemand übersetzen oder das bereits getan haben, lasst es uns bitte wissen!
Mein Englisch ist nicht gerade das beste, aber die Sprache ist, bis auf einige Ausdrücke, die vermutlich szene-speech sind, recht gut verständlich, zumal sie meilenweit von universitärem Geblubber entfernt ist. Dazu ist das ganze noch mit Bildchen und Erfahrungsberichten aufgelockert. Dieser Reader enthält praktische und brauchbare Erfahrungen, Tipps, Hinweise und Vorschläge, „how to do good support for people who have recently experienced intimate violence, both the survivor and the abuser.“ (mehr…)

elefanten im porzellanladen

der folgende kommentar ist ein auszug aus einer indymedia-ergänzung. dank an unbekannt/minka!

Wer ist schon für Vergewaltigungen… Sich hinter der Definitionsmacht zu verstecken bedeutet nur, sich selbst in eine moralisch unantastbare Position zu setzen von der man als moralische Instanz nach Herzenslust operieren kann, ohne auf individuelle Unterschiede und mit Fakten beschäftigen zu müssen. Schließlich soll der Objektivität bewußt abgeschworen werden. (in der „alten“ feministischen Szene, war der Mißbrauch der Definitionsmacht ein offenes Geheimnis) Sich mit Sexismus im Alltag zu beschäftigen und immer wieder zu thematisieren ist wesentlich schwieriger und muss erstmal erkannt und gemeinsam erforscht werden, aber da geht dann ja das einfach Weltbild flöten und man muss nachdenken und sich Argumente überlegen. Tja, wer will sich schon das Leben unnötig schwer machen wenns auch einfach geht…Am Ende wenn die Widersprüche persönlich nicht mehr aushaltbar sind, wird sich klamm und heimlich verabschiedet, und die Leute, die sich ernsthaft engagieren, werden in einem Scherbenhaufen zurückgelassen. Da Anti-Sexismus auf Jahre hinweg durch die intoleranten Elefant-im-Porzellanladen-Definitionsmachtler diskreditiert ist.

lieber besser als gar nicht

Diese Seite soll Diskussion und Erfahrungsaustausch ermöglichen, sie wünscht sich eine bessere antisexistische Praxis, sie lehnt sexistische Unterdrückung, sexistische Übergriffe und sexuelle Gewalt vehement ab.
Nein heißt Nein und jeder Mensch soll Nein sagen können und jeder Mensch soll
verstehen was es bedeutet wenn ein anderer Nein sagt!

Hier soll es um Kritik gehen, Kritik an einem Gegenstand der zu wichtig ist, um nicht für einen besseren Umgang zu kämpfen, deshalb wird hier die Auseinandersetzung gesucht.

Wir lassen uns nicht in die Ecke der Vergewaltiger_innen, Sexist_innen, Mittäter_innen etc. stellen. Weder weil wir von einigen aktuellen Umgangsformen eher abgeschreckt als überzeugt sind noch weil wir fragen, reden, zweifeln.
In diesem Sinne, möge die Debatte eine konstruktive sein.

ANTISEXISTISCHE UMTRIEBE IN BERLIN

In letzter zeit ist es erneut zu heftigen diskussionen über geschehnisse gekommen, die nach einem selbst errichteten definitionsmonopol einiger als „TAT“ definiert wurden und werden. Für andere menschen waren und sind dies nicht nachvollziehbare vorwürfe. Und damit ist nicht gemeint, dass menschen aus bequemlichkeit diese vorwürfe ignoriert hätten o.ä.!
Dieser text soll ausdrücklich eine diskussionsgrundlage sein, gewissermaßen eine sammlung von eindrücken, die anders als in dieser form keine verarbeitung gefunden haben

Ein mangel dieses papiers ist sicherlich die undurchsichtigkeit, da vorgefallenes im detail hier nicht thematisiert werden soll, dies liegt u. a. daran, dass kein interesse besteht konkrete fälle in den mittelpunkt der diskussion zu stellen, da dies gegen die wünsche betroffener personen sein könnte.
Vielmehr soll es, nachdem katastrophale auseinandersetzungen stattgefunden haben, darum gehen das verhalten der antisexistischen-praxis-gruppe(n), als die sie sich verstehen, zu hinterfragen und einfluss auf die durch deren politik geschaffene realität zu nehmen. Die Kritik richtet sich aber explizit auch an diejenigen, welche diese positionen kritiklos übernehmen und dadurch an einer atmosphäre mitarbeiten in der keine diskussion mehr möglich scheint. Gewünscht ist eine allgemeine auseinandersetzung jenseits der direkt und unmittelbar betroffenen anzustoßen.

den umgang mit sexueller gewalt und den umgang mit diesbezüglichen vorwürfen zu hinterfragen, erscheint von vornherein ausgeschlossen. Will man doch weder zu einer retraumatisierung beitragen, noch derartige vorwürfe bezweifeln. Diese position kann aber nur gehalten werden, wenn sich alle beteiligten über die zerbrechlichkeit dieser praxis bewusst sind und sich entsprechend verhalten. Wenn dieses prinzip der solidarität missbraucht wird, um machtpolitik zu betreiben, um ungelöste persönliche konflikte auszutragen wird es zu einer bedrohung und nicht zu einem schutzwerkzeug! Zurzeit muss der unterschied zwischen einer tat und einem vorwurf deutlich sein!

Der vermeintlich „richtige“ umgang, wenn ein mensch von sexueller gewalt erfährt – nämlich sich sofort und ohne fragen hinter das opfer zu stellen und dem täter die kalte faust zu zeigen – läuft oft geradezu reflexhaft ab. Diese solidarischen „errungenschaften“ in frage zu stellen, gerade weil diese innerhalb der mehrheitsgesellschaft noch nicht erkämpft sind, ist somit verdammt schwer, denn ein mit dem opfer solidarischer umgang ist zumeist auch bestandteil des eigenen selbstbildes und der eigenen politischen identität.

Aber es sind erhebliche zweifel an der vorherrschenden „antisexistischen“-praxis entstanden! Da diese praxis in einer „linken nische“ erlebt wurde, muss es doch die möglichkeit geben, über diese zu diskutieren. Die grundideen sollten vergegenwärtigt werden und in zweifelsfall muss auch mit der erarbeiteten logik gebrochen werden, wenn diese in ihren heutigen erscheinungsformen oder in einzelfällen nicht mehr zu vertreten und zu verstehen ist.

Durch die verneinung der aktuellen szenetypischen umgangsart einiger werden die existierenden verhältnisse der mehrheitsgesellschaft nicht bejaht. Es bedeutet aber, dass man neue/andere erkenntnisse und umgangsformen an diese stelle setzt!

Da es im rahmen der stattgefundenen „antisexistischen“ arbeit keinen platz dafür gab, wollen ein paar dinge hier gesagt werden:

Ja, leider leben wir in einer patriarchalen gesellschaft. Viele frauen und männer, sind opfer dieses zustandes und auch männer und frauen sind trägerinnen dieser zustände.

Männer und frauen und… können fies sein, lügen, sich rächen, schlagen, sexuelle gewalt oder psychische gewalt ausüben etc… Auch wenn die gesellschaftlichen verhältnissen berücksichtigt werden, in denen männer sehr viel häufiger täter sind, gerade was körperliche und sexuelle gewalt betrifft, kann doch dieser sachverhalt nicht automatisch zu einer kollektivschuld von männern und kollektivbetroffenheit von frauen führen.

Dies wurde zwar nicht ausgesprochen, aber diese logik war im
umgang stets anwesend. Diese logik ist auch wegen der starken
zweigeschlechtlichen festschreibung inkl. vermeintlicher
verhaltensweisen abzulehnen!

In den situationen aus denen diese überlegungen resultieren, standen die beteiligten menschen zumeist in einem sehr intimen und komplizierten verhältnis zueinander und es ist im nachhinein einfach nicht zu klären, ob die wirklichkeit und das erleben der einen person der anderen bewußt war. Die erlebnisse der betroffenen personen wichtig zu nehmen, soll hier klar bejaht werden, aber wenn die opfer-täter-kategorisierung nicht möglich ist und beide betroffene sich betroffen fühlen, sollte doch sehr vorsichtig und verantwortungsvoll mit einer solchen situation umgegangen werden. Dies kann nicht gelingen, wenn die ganze thematisierung in einer totalen dämonisierung einer betroffenen person besteht. Die personen, welche als täter bezeichnet wurden, durften sich weder zu den vorwürfen äußern, noch durfte ein gemeinsames umfeld die eigenen erlebnisse, die sich nicht mit den vorstellungen der „antisex…“ deckten, mitteilen. Jegliches abweichen von einem vorgeschriebenen handlungsablauf, der automatisch als der einzig wahre (!) umgang allen beteiligten diktiert wurde und welcher eine totale aberkennung jeglicher eigener erfahrungen implizierte, hatte zur folge, dass bei infragestellung dieser handlungsweise, diese personen wie mit-täter_innen behandelt wurden.

Da solche erlebnisse mittlerweile ziemlich viele menschen irritiert, die sich als links, emanzipiert und kritisch verstehen und einer verantwortungsvollen refexion und auseinandersetzung gegenüber offen sind und es viele betroffene menschen gibt, die in ihrer politischen arbeit, in ihrem leben eingeschränkt sind, ist ein anderer umgang dringend nötig!

Das definitionsrecht eines betroffenen menschens soll nicht in frage gestellt werden, aber es soll einen unterschied geben, zwischen dem recht, seine erlebnisse zu thematisieren, seine wut, angst, verletztheit, enttäuschung zu kommunizieren und der macht über „alleinwahrheit und bestrafung“ zu verfügen. Dadurch könnte auch ermöglicht werden, dass sich sowohl diejenige person der das fehlverhalten vorgeworfen wird, als auch das umfeld nicht die notwendigkeit empfinden, sich von einer „linken“ zu distanzieren, welche diese haarsträubenden aktionen der sog. antisexistisch-agierenden-gruppen automatisch mit trägt.

Der umgang mit sexuellen übergriffen oder mit dem vorwurf des sexuellen übergriffs ist ein schwieriger, denn was einem menschen angetan wird, wenn man seine grenzen verletzt und/oder ihm gewalt antut ist eine furchtbare. Dies soll auch in keinster weise verharmlost werden, nur darf bei dem versuch einem betroffenen menschen helfen zu wollen nicht billigend in kauf genommen werden andere betroffene zu schaffen.

Ein weiteres problem besteht beim verwendeten vokabular. Es mag überlegungen geben, nach denen es sinn macht, übergriffiges verhalten und sexuelle gewalt als tatbstand nicht weiter zu differenzieren, so dass das individuelle erleben als einzige kategorie existiert, um eine konkurrenz von taten und empfindungen auszuhebeln …, aber dies schafft z.t. auch andere probleme. Wenn vermittelt wird, dass zwischen hand–aufs-knie-legen und die rücknahme der hand bei aufforderung und übergriffen, wie zwischen-die-beine-greifen und nicht aufhören, kein unterschied besteht, erschwert dies einen besonnenen umgang extrem. Bei der thematisierung als sexuelle gewalt kommt es dann dazu, dass in den köpfen derjenigen die damit konfrontiert werden, ihre eigenen assoziationen ungehemmt raum greifen (können).Das schließt eigener erfahrungen und betroffenheiten mit ein, die aber dem konkreten „fall“ nicht selten gerecht werden. Da aber über den „fall“ nicht näher gesprochen werden darf, entsteht dadurch eine dynamik, die auch die „antisexistischen praxis-gruppen“ selbst nicht überblicken oder bremsen können, selbst wenn dies gewollt wäre. Ein weiteres ungelöstes problem…

Es wäre schön, wenn sich mehr politische zusammenhänge und einzelpersonen in diese diskussion einmischen würden, da diese leider zumeist erst dann stattfinden, wenn – auf die eine oder andere art- eine person selber zum betroffenenkreis gehört.

Für das recht auf eine kritische auseinandersetzung mit den methoden von GAP und ähnlicher zusammenhänge!

Für das recht das eigene erleben und empfinden nicht einer doktrin unterzuordnen!

Gegen die bevormundung durch „antisexistisch“-arbeitender-gruppen, welche dem eigenen denken und fragen keinen platz geben, nicht überzeugen, sondern diktieren und drohen!
Gegen die stigmatisierung von frauen, als schwache opfer – und für deren stärkung, NEIN zu meinen und zu sagen!